9. Dezember 2024
Den eigenen Ausdruck finden. Letztes Jahr habe ich damit begonnen Gedichte zu schreiben. Während einer Phase der Selbstreflexion mit vielen Gedanken über die Vergangenheit, hat mir das Schreiben dieser kurzen Textabschnitte geholfen, nicht ausgelebte Emotionen irgendwie zu verarbeiten. Sei es Wut, Trauer, Liebe oder einfach die pure Leichtigkeit. Worte erzeugen Bilder im Kopf, zumindest ist das bei mir so. Und durch das Lesen dieser Worte kann man in die unterschiedlichsten Welten eintauchen und hineinspüren in die Gefühlswelt der Autorin/des Autors. Denn das hat mir schon immer gefallen, das Hineinspüren, wie wohl wer anderer die Welt sieht und erlebt. So unterschiedlich für jeden von uns das Leben ist und wie unterschiedlich doch die Wahrnehmung sein kann. Lass zehn Leute dieselbe Straße entlanggehen, und ich versichere Dir, sie werden Dir alle etwas anderes erzählen. Immer wieder finde ich es spannend wie man mit Sprache Erlebnisse bzw. Eindrücke umschreiben kann, was für Momente man auf Papier bringen kann. Wie ein Künstler der auf seiner Leinwand mit unterschiedlichen Farben und Formen etwas hervorbringt, was einen zutiefst berührt. Wie intensiv und kunterbunt das Leben doch ist, einmal voll Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit und dann wieder voller Licht und Wärme. Die Farbparlette des Lebens bietet so viele Schattierungen, doch mit jeder kannst Du Dein Lebensbild noch tiefer gestalten. Ich denke für jeden von uns ist es wichtig, eine Art Ausdruck zu finden, sei es mit Kunst, Sprache, Musik oder Bewegung. Erst wie ich damit begonnen habe, habe ich das erste Mal wieder eine stärkere Verbindung zwischen Körper und Geist gespürt, mit der Emotion oder dem Gefühl als Bindeglied. Denn Emotion ist nichts anderes als Energie, und diese Energie möchte gelebt werden! Lasst uns also gemeinsam in diese Momente eintauchen und unsere Eindrücke wahrnehmen. Lasst uns das Leben feiern, egal ob in scheinbar guten oder schlechten Momenten. Anbei ein paar Gedichte meiner letzten durchlebten Saison: Rosarot Rosarot dem Himmel entgegen, ganz weit weg und ganz entlegen. Da ist ein Ort, für uns zwei, keine Regeln, endlich frei. Ein Ort, wo ich möcht' bleiben, endlos diese Zeilen schreiben. Ein Ort, wo rote Rosen blühen, und helle Funken Liebe sprühen. Rosarot, im Sonnenuntergang, stehen wir da, endlos lang. Rosarot, im Sonnenuntergang, startet hier ein Neuanfang? Der Tag nun mit der Nacht verschwimmt, und Dein Lächeln mir den Atem nimmt. Mein Herz nun ganz erfüllt von Wärme, und am Himmel leuchten tausend Sterne. Wenn die Blätter fallen Wenn die Blätter fallen, dann lass ich los, lass alles fallen, ins kalte Moos. Taumelnd, tanzend gleiten sie zur Erde. Ob ich jemals wieder aufblühen werde? So bunt die Bäume um mich herum, der Wald ganz feucht und herrlich stumm. Glänzende Lichter die Finsternis durchbrechen, im Nebel verborgen, unzählige Versprechen. Wenn die Blätter fallen, dann lass ich los, lass ich mich fallen, in Deinen Schoß. Sophie Roffeis, Dez 2024